Zeche Lohberg Dinslaken zum Tag des offenen Denkmals

Am 13. September 2026 öffneten in Lohberg sieben Stationen ihre Türen; das Motto lautete bundesweit „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. (Tag des offenen Denkmals)
Zwischen Zechengeschichte und neuer Kreativität – ein Besuch beim Tag des offenen Denkmals in Dinslaken-Lohberg
Dinslaken-Lohberg.
Wer am Tag des offenen Denkmals durch Lohberg spazierte, konnte auf engstem Raum erleben, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind. Unter dem diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ öffneten in dem ehemaligen Bergbaustadtteil gleich sieben historische Orte ihre Türen. Führungen, Ausstellungen, Kunst, Musik und persönliche Begegnungen machten aus dem Denkmalstag weit mehr als einen Blick zurück. (Tag des offenen Denkmals)
Lohberg ist ein Stadtteil, dessen Geschichte untrennbar mit der Zeche verbunden ist. Viele Gebäude erzählen noch heute von einer Zeit, in der hier Kohle gefördert wurde und der Bergbau den Alltag der Menschen bestimmte. Gleichzeitig ist in den alten Zechengebäuden längst neues Leben eingezogen.
Mein erster Halt: die alte Zechenwerkstatt
Mein erster Besuch galt der alten Zechenwerkstatt. Die 1904 errichtete Halle war einst eine Reparaturwerkstatt der Zeche Lohberg und wird heute durch engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Initiativen mit neuem Leben gefüllt. (Tag des offenen Denkmals®)
Schon beim Betreten der großen Halle wird die Geschichte des Ortes spürbar. Mitglieder des Fördervereins und ehrenamtlich Engagierte zeigen alte Fotos, historische Einrichtungen und erzählen von der früheren Nutzung der Zeche. So wird aus dem denkmalgeschützten Gebäude ein lebendiger Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.
Besonders beeindruckend fand ich den Besuch des Drohnenvereins. Wo früher schwere Maschinen und Werkzeuge ihren Platz hatten, zeigten die Flugbegeisterten, was mit moderner Technik heute möglich ist. Eine Drohne bewegte sich virtuell durch einen spektakulären Parcours quer durch die große Halle – schnell, präzise und mit beeindruckender Kameraperspektive.
Gerade dieser Kontrast hat für mich den Reiz des Besuchs ausgemacht: alte Zechengeschichte trifft auf moderne Technik und neue Ideen. Die Zechenwerkstatt zeigt eindrucksvoll, wie ein ehemaliger Industriebau durch ehrenamtliches Engagement zu einem Ort für Begegnung, Kultur und gemeinsames Erleben werden kann. (Zechenwerkstatt)n.

Kunst trifft Bergbaugeschichte
Eine besondere Station meines Besuchs war das Atelier Freiart von Walburga Schild-Griesbeck im Kreativ.Quartier Lohberg. Das Atelier befindet sich im ehemaligen Sozialgebäude der Zeche, das früher unter anderem als Milchausgabe genutzt wurde. Heute ist es Werkstatt, Galerie, Ideenschmiede und Begegnungsort. (Kunstgalerie Atelier Freiart)
Walburga Schild-Griesbeck steht dabei beispielhaft für den Wandel des Quartiers. Ihre Kunst ist farbenfroh, experimentell und voller Energie. Gleichzeitig geht es in ihrem Atelier nicht nur um fertige Bilder. Kunst wird hier als Prozess sichtbar – beim Arbeiten, im Gespräch und im Austausch mit den Besuchern.
Gerade dieser Gegensatz macht den Ort so spannend: Wo früher die industrielle Arbeitswelt den Takt vorgab, entstehen heute Bilder, Ideen und kulturelle Projekte.
Auch die persönliche Begegnung mit der Künstlerin machte den Besuch besonders. Ihre Arbeiten und ihre ruhige, tiefgründige Lyrik zeigen eine weitere Seite von Walburga Schild-Griesbeck. Ihr Atelier ist damit nicht einfach nur eine Galerie, sondern ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und miteinander ins Gespräch kommen. (Kunstgalerie Atelier Freiart)
Ein Haus mit bewegter Geschichte
Ein weiterer Höhepunkt war für mich das St. Barbara Haus an der Hünxer Straße. Das heutige Seminar- und Hotelhaus befindet sich in der ehemaligen Licht- und Lohnhalle der Zeche Lohberg. Über Jahrzehnte war dieser Ort ein zentraler Treffpunkt für die Bergleute. Hier wurden unter anderem die Lohntüten ausgegeben, und auch die Bergwerksverwaltung hatte hier ihren Platz. (St. Barbara Seminar Hotel)
Heute präsentiert sich das Gebäude völlig anders und hat doch seinen historischen Charakter bewahrt. Nach einer umfassenden Sanierung ist aus der ehemaligen Licht- und Lohnhalle ein modernes Haus für Übernachtungen, Seminare und Veranstaltungen geworden.
Besonders interessant ist dabei die heutige Nutzung: Das St. Barbara Haus verbindet Geschichte, Bildung und Inklusion. Es wird als Inklusionsbetrieb geführt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten. Damit bekommt das historische Gebäude eine neue Aufgabe und bleibt gleichzeitig Teil der Geschichte Lohbergs. (St. Barbara Seminar Hotel)
Lohberg lebt weiter
Genau darin liegt für mich die besondere Qualität des Tages: Es ging nicht nur darum, alte Gebäude anzuschauen. Vielmehr wurde sichtbar, was aus diesen Orten geworden ist und welches Leben heute in ihnen steckt.
Ob Zechenwerkstatt, Ledigenheim, ehemalige Milchausgabe, Kiosk, Schule oder Kirche – jede Station erzählte eine eigene Geschichte. Die Zechenwerkstatt beispielsweise war einst Reparaturwerkstatt für Förderwagen und beherbergte unter anderem Schmiede, Dreherei, Schlosserei und weitere Werkstätten. Heute ist sie ein Kulturort, der von engagierten Menschen mit neuem Leben gefüllt wird. (tag-des-offenen-denkmals.de)
Mein Besuch in Lohberg hat deshalb vor allem eines gezeigt: Denkmalschutz bedeutet nicht, Geschichte einzufrieren. Im Gegenteil. Es kann bedeuten, alten Orten eine neue Zukunft zu geben.
Und vielleicht ist genau das die schönste Geschichte, die Lohberg an diesem Tag erzählt hat:
Die Zeche ist längst Geschichte – aber die Geschichten, die dort entstanden sind, leben weiter.

Lanzarote, die Insel der Ruhe, Kraft und Farben.

Eine Welt voller Möglichkeiten

Willkommen in einer Welt der grenzenlosen Möglichkeiten, wo die Reise genauso aufregend ist wie das Ziel und jeder Moment eine Gelegenheit ist, deinen Abdruck auf der Leinwand des Daseins zu hinterlassen. Die einzige Grenze ist deine Vorstellungskraft.